In der Landwirtschaft steht derzeit die Rapsaussaat an.
Raps ist zumindest im Ansaatjahr eine Vorzeigefrucht für den Wasserschutz. Er nimmt im Herbst noch viel Nitrat auf und minimiert so das Auswaschungsrisiko. Vorraussetzung hierfür ist neben der ausreichenden Nährstoffversorgung eine gelungene Aussaat (1 ? 2 cm Tiefe), die zu raschem und gleichmäßigen Feldaufgang führt. In diesem Jahr können jedoch alle Bemühungen zunichte gemacht werden durch Schnecken! Junge Rapspflanzen sind mit beginnender Keimung bis zum 4-Blattstadium besonders gefährdet. Das zarte frische Grün ist quasi die Lieblingsspeise für Ackerschnecken sowie Garten- und Wegschnecken. Wird das Keimblatt angeknabbert ist die Regenerationsfähigkeit äußerst gering. Schneckenfraß kann Totalausfälle mit nachfolgendem Umbruch und Neuansaat verursachen.
Tagsüber leben Ackerschnecken in Hohlräumen bis 10 cm unter der Bodenoberfläche, oder an anderen vor Sonne und Austrocknung schützenden Plätzen. Die Eiablage erfolgt an geschützten Stellen auf der Bodenoberfläche oder in Hohlräumen im Oberboden. Wichtig ist daher, dass das Saatbett gut rückverfestigt wird. Zusätzlich ist gerade in diesem Jahr eine Befallskontrolle unumgänglich! Dazu hat sich das Auslegen von Schneckenmatten oder feuchten Jutesäcken bewährt. Die Befallskontrollen sollten regelmäßig in ein- bis zweitägigem Rhythmus morgens durchgeführt werden. Als Schadschwelle gelten 2 Schnecken/Kontrollstelle und Tag. Aufgrund der vorherrschenden Witterung muss davon ausgegangen werden, dass die natürlichen Feinde nicht ausreichen, um die Schnecken zu dezimieren, der Einsatz von Schneckenkorn steht an. Die Lockwirkung der Köder ist bei den Schnecken sehr unterschiedlich. Während die graue Ackerschnecke nur über wenige cm angelockt wird, gibt es andere Schnecken, die zwischen 10 ?20 m zum Köder gleiten. Die Wirkung hängt somit stark von der Korndichte je Fläche ab, optimal sind 30 ? 40 Körner/m2. Oftmals ist nach vorheriger ganzflächiger Feldkontrolle eine Randbehandlung (10 ? 15 m) ausreichend, um die Zuwanderung von Nachbarflächen zu stoppen.
Zur Bekämpfung stehen unterschiedliche Wirkstoffe zur Verfügung: Metaldehyd führt bei der Schnecke zur übermäßigen Schleimproduktion und letztendlich zur Austrocknung, er schädigt nicht die Nützlinge. Anders das Nerven- und Fraßgift Methiocarb. Seine Wirkung ist bei feucht-kühler Witterung besser als die von Metaldehyd. Es wirkt jedoch auch toxisch auf Nützlinge wie Regenwürmer, Kurzflügler und Laufkäfer. Schließlich können Schnecken auch mit Eisen-III-Phosphat bekämpft werden. Dieser Wirkstoff ist zwar teurer, kann aber auch im ökologischen Landbau verwendet werden.
(15.08.07)
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Der erste Arbeitskreis mit Landwirten, Wasserversorger und Behörden fand am 14. Juni 2007 statt. Das Protokoll ist weiter unten eingestellt.
Der zweite AK findet am Donnerstag, 21. Juni 2007, 20 Uhr im Gasthaus zum Lamm, Groß-Umstadt, statt.
Protokoll_AK21062007.pdf |
Koop_GU_incl_Tab_Juni2007.pdf |
Protokoll_AK14062007.pdf |
Die Wirkung der vorgezogenen Spätdüngung (Anfang Mai) hat nun voll eingesetzt. Die gedüngten Bestände sind ausreichend mit Stickstoff versorgt.
Im Vergleich zur vergangenen Woche ist der ?gemessene Bedarf? der Bestände auf Flächen, die regelmäßig organisch gedüngt werden, zurückgegangen. Dies deutet auf umfangreiche Mineralisierung und Nachlieferung aus dem Bodenvorrat hin.
Die Messungen auf langjährig nicht mit Wirtschaftsdünger gedüngten Flächen ergaben trotz höherer Anfangsdüngung einen Bedarf von 30- 60 kg N.
Für gezielte Chlorophyllmessungen können kurzfristig Termine bei der AGGL vereinbart werden. Tel 06162-9604-30 oder -38
Ergebnisse der Chlorophyllmessungen 22.Mai 2007:
| N-Düngung bisher | Bedarf 15. Mai | Bedarf 22.Mai | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 140 kg N/ha (Alzon/Entec) in einer Gabe | 50 kg N/ha | 20 - 30 kg N/ha | Sorte: Schamane, langj. org. Düngung |
| 90 + 50 kg N/ha bzw. 50 + 90 kg N/ha (Entec und KAS) | 20 - 40 kg N/ha | 0 kg N/ha | s.o. |
| 150 kg N/ha (AHL) | 40 kg N/ha | 35 kg N/ha | Sorte: Cubus, viehloser Betrieb |
| 150 - 190 kg N/ha (AHL) | 40 - 60 kg N/ha | 60 kg N/ha | Sorte: Tommi, viehloser Betrieb |
| (24.05.2007) | |||
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Empfehlungen für die Spätdüngung im Winterweizen
Rund 30 Landwirte aus den Wasserschutzgebieten Groß-Umstadt, Otzberg und Brensbach kamen zur Feldbegehung der AG Gewässerschutz und Landwirtschaft nach Lengfeld.
Dr. Angela Homm-Belzer und Mathias Bahr, Landwirtschaftliche Berater der AGGL, stellten zusammen mit Norbert Baumgartner (Compo GmbH) Feldversuche zur Düngung von Getreide mit stabilisiertem Stickstoffdünger vor. Diese Düngerform stellt den Pflanzen den Nährstoff temperatur- und witterungsabhängig nach und nach zur Verfügung. Dadurch können mehrere Düngergaben zusammengefasst werden, ohne dass die Gefahr einer Auswaschung ins Grundwasser besteht. Erfahrungen zur Wahl des richtigen Düngezeitpunkts, zur Düngermenge und zu den Vorteilen für den Grundwasserschutz sollen unter Praxisbedingungen auf zwei Flächen von Landwirt Walter Schiek gesammelt werden.
Die aktuelle Situation im Wintergetreide beleuchtete Pflanzenbauberater Thomas Bickhardt vom Landesbetrieb Landwirtschaft Griesheim: Die extreme Trockenheit im April hatte in den Wintergetreidebeständen je nach Standort verschiedene Auswirkungen. Während Bestände auf tiefgründigen Lößböden, die im milden Winter viel zu dicht geworden sind, gesundschrumpften, zeigen sich auf Böden mit schlechter Wasserführung bereits Trockenschäden. Die Niederschläge kamen hier gerade noch rechtzeitig. Vorteil der Trockenheit im April: Eine Fungizidmaßnahme (Behandlung gegen Schadpilze) war in den meisten Beständen bisher nicht notwendig, so dass nach den Niederschlägen jetzt nur noch eine Behandlung erforderlich ist.
Zur richtigen Bemessung der letzten Düngergabe im Winterweizen ist eine intensive Beobachtung der Bestände notwendig. In vielen Fällen wurde die Schossergabe auf Grund der Trockenheit kaum oder gar nicht von den Pflanzen aufgenommen. Mit der Durchfeuchtung des Bodens ist damit zu rechnen, dass dieser Dünger den Pflanzen nun wieder zur Verfügung steht. Daher wurden von der AGGL auf mehreren Flächen der aktuelle Stickstoffbedarf der Pflanzen mit einem Chlorophyllmessgerät ermittelt.
Nach Einsetzen der Niederschläge haben die gemessenen Bestände durchschnittlich 30 kg N aufgenommen, die zum großen Teil noch von der Schossergabe oder aus der Nachlieferung des Bodens (organische Düngung!) stammen dürften. Die vorgezogene Spätdüngung auf den Versuchsflächen Anfang Mai hat bereits deutliche Wirkung gezeigt. Der gemessene Stickstoffbedarf für die Spätdüngung ist sehr uneinheitlich und liegt unter anderem in Abhängigkeit von Vorfrucht, Standort (Wasserführung!) und organischer Düngung zwischen 0 kg N/ha und 60 kg N/ha. Für gezielte Chlorophyllmessungen können kurzfristig Termine bei der AGGL vereinbart werden.
Für die Bemessung der Schossergabe im Wintergetreide steht auch in diesem Jahr das Chlorophyllmessgerät zur Verfügung. Setzen Sie sich bei Interesse mit uns in Verbindung.
(17.04.07)
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Ende März wurden Bodenproben zur Stickstoffbedarfsanalyse von Rüben, Mais und Kartoffeln entnommen. Bitte beachten Sie, dass die Düngungsempfehlungen zu Mais nur für Flächen gelten, auf denen zum späteren Zeitpunkt keine Unterblattdüngung durchgeführt werden soll. Maisbestände, die eine spätere Unterblattdüngung erhalten, sollten vor der Saat lediglich eine Gülle- oder Stallmistgabe erhalten. Für die Bemessung der Unterblattdüngung wird Ende Mai, Anfang Juni eine zusätzliche Bodenprobenentnahme durchgeführt.
Die Ergebnisse der Untersuchungen ergeben ein einheitliches Bild: Auf Flächen, die langjährig keine organische Düngung erhalten haben, wurden in 0 ? 90 cm Tiefe durchschnittlich 54 kg N-min ermittelt. Flächen, die in den letzten zwei Jahren mindestens einmal organischen Dünger erhalten haben weisen im Durchschnitt 93 kg NO3-N/ha auf. Die Einzelwerte der Flächen liegen, bis auf eine Ausnahme, höchstens 15 kg über oder unter dem Mittelwert.
Die Ergebnisse und Empfehlungen für die einzelnen Kulturen sind in der Tabelle zusammengestellt.
| Hauptfrucht 07 | Nmin (0 - 90 cm) | N-Düngung (kg N/ha) *) |
|---|---|---|
| ZR mit org. Dg. | 87 | 40-50 |
| ZR langj. ohne org. Dg. | 54 | 100-120 |
| Mais mit org. Dg. | 125 | 60 |
| Mais langj. ohne org. Dg. | 54 | 120-140 |
| Kartoffeln **)mit org. Dg. | 95 | 50 |
| Kart. **)langj. ohne org. Dg. | 53 | 120-140 |
| Nmin (0 - 60 cm) | ||
| Braugerste (Vorfrucht mit org. Dg.) | 65 | 30 |
| Braugerste langj. ohne org. Dg | 40 | 60 |
| Hafer, FutterSoGerste mit org. Dg. | 64 | 40 |
| Hafer, FutterSoGerste langj. ohne org. Dg | 40 | 60-70 |
*) Maisdüngungsempfehlung nur für Flächen, die keine Unterblattdüngung erhalten sollen!
Bitte denken Sie daran, die N-Zufuhr aus Wirtschaftsdüngern, die jetzt im Frühjahr ausgebracht wurden, bei der Bemessung der Mineraldüngung zu berücksichtigen.
Bitte berücksichtigen Sie bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern die folgenden Faustzahlen, falls Sie keine eigenen Untersuchungsergebnisse vorliegen haben:
10 m3/ha Schweinegülle = 36 kg/ha sofort pflanzenverfügbarer Stickstoff
10 m3/ha Rindergülle = 20 kg/ha sofort pflanzenverfügbarer Stickstoff
10 t/ha Schweinemist = 24 kg/ha pflanzenverfügbarer Stickstoff
10 t/ha Rindermist = 20 kg/ha pflanzenverfügbarer Stickstoff
**)
Für den Anbau von Pflanzkartoffeln ist die N-Düngungsmenge um 20 - 30 kg N/ha zu reduzieren
(16.04.2007)
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am Mittwoch, 28. März 2007, 10.00 Uhr ab RWZ-Lengfeld
Der milde Winter hat für äußerst kräftige bis überwachsene Bestände gesorgt. Dem gezielten Einsatz von Wachstumsreglern und Pflanzenschutzmitteln kommt in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zu. Eine intensive Kontrolle der Bestände ist geboten.
Zusammen mit Thomas Bickhardt vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) Darmstadt erörtern wir
Bestandsentwicklung und ?regulierung Wintergetreide, Raps,
Düngung von Wintergetreide,
Aktuelle Fragen zum Pflanzenschutz
Gäste sind herzlich willkommen!
(20.03.07)
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| Vorfrucht | Org. Düngung | Mittelwert (0-30 cm) | Mittelwert (0 - 90cm) | Min (0 - 90 cm) | Max (0 - 90cm) | Anmerkung |
| alle | ja | 12 | 42 | 24 | 60 | |
| alle | nein | 13 | 31 | 12 | 76 | Max. nach Kartoffeln |
| Kartoffeln | wenn ja, dann höhere Nmin | 18 | 57 | 38 | 76 | |
| Wi-Getreide | wenn ja, dann höhere Nmin | 12 | 26 | 12 | 51 | |
| Mais, Raps, Z.Rüben | wenn ja, dann höhere Nmin | 12 | 33 | 24 | 51 | S.Mais geringer Werte als Kö-Mais |
Selten war die Erstellung von Düngungsempfehlungen so schwer, wie in diesem Jahr.
Extrem kräftige Wintergetreidebestände, die (noch?!) keine N-Mangelsymptome aufweisen, im Vergleich zu den letzten Jahren wenig bis kein Stickstoff im Boden und dazu eine Witterung, die alle Prognosen zur Entwicklung der Bestände zu einer Art Lotterie verkommen läßt, kennzeichnen die Situation. Im Gegensatz zum Vorjahr lassen sich in diesem Frühjahr kaum Unterschiede in Abhängigkeit von der Vorfrucht ableiten. Lediglich die Vorfrucht Kartoffeln führte zu höheren Nmin-Mengen. Flächen mit organischer Düngung bzw. mit langjähriger organischer Düngung wiesen im Schnitt ca. 10 kg N/ha höhere Mengen auf, als Flächen ohne organische Düngung.Die nachfolgende Übersicht stellt die Ergebnisse der Nmin-Beprobung vom Februar vom Vorderen Odenwald dar. Das die Werte im Krumenbereich so niedrig sind, liegt sicherlich an der Aufnahme durch die Pflanzen, die nahezu den ganzen Winter durchwachsen konnten. Die ergiebigen Niederschlägen im Januar und Februar (> 150 mm) führten schließlich noch zur Entleerung der tieferen Bodenschichten. Nachdem jetzt im März der Frühling ausbrechen, können wir gerade auf Flächen von viehhaltenden Betrieben mit einer hohen Mineralisierung rechnen, dies führt zu weiteren Seitentrieben.
Prinzipiell gelten in diesem Jahr die folgende Leitlinien:
Außer bei schwach entwickelten Beständen, sollte die Verteilung der Düngungsgaben zum Schossen hin ausgerichtet werden.
Legen Sie Düngefenster an, um die Wirkung der Maßnahmen genauer beobachten zu können, ergänzende Chlorophyllmessungen zur Schossgabe sind mehr als sinnvoll!
Starke Bestände, Frühsaaten: bestandserhaltende Maßnahmen ja, bestandsfördernde Maßnahmen nein! Nicht zu früh andüngen, solange die Bestände keine Mangelsymptome zeigen. Wenn Aufhellung, dann sofort, wenn die Schläge befahrbar sind, aber verhalten (max. 30 kg N/ha) andüngen! Deutlich schossbetonte Gabe (Stadium 31-34 mit 60 ? 70 kg N/ha), evtl. sogar aufteilen in 2a (Stadium 30 oder kurz davor) und 2b (Stadium 34).
Normal entwickelte Bestände (Spätsaaten): ab Mitte März mit 50 kg N/ha (viehhaltende Betriebe) oder 60 kg N/ha (viehlose Betriebe). Bei Befahrbarkeit können auch entsprechende Güllegaben (bitte berücksichtigen Sie Ihre Untersuchungsergebnisse: Ammonium-N zu 100 %, ansonsten Gesamt-N von Rindergülle zu 50 %, von Schweine-Gülle zu 60 % anrechnen.).
Schwach entwickelte Bestände: bei Befahrbarkeit sofort mit 50 kg N/ha andüngen, ca. 3 Wochen später 20 ? 30 kg N/ha als 1b-Gabe. Solche Bestände sind in diesem Jahr allerdings sehr selten.
Je später die erste Gabe erfolgt, desto höher kann sie sein. Je früher angedüngt wird, desto niedriger muss die erste Gabe sein.
Besondere Bedeutung kommt in diesem Jahr dem Einsatz von Wachstumsreglern zu, der genau terminiert werden muss. Auf keinen Fall darf CCC zu früh verabreicht werden (nicht vor EC 27), da sonst die Bestockung zu sehr angeregt wird. In vielen Fällen wird die Kombination CCC + Moddus sinnvoll sein. Auch der Einsatz des neuen Medax Top bietet sich an.
Sofern Sie keine Bodenuntersuchungsergebnisse von eigenen Flächen erhalten, berücksichtigen Sie bitte für die anstehende Düngungsmaßnahmen die Tabellen. Denken Sie auch an Ihre Verpflichtung zur Dokumentation nach Düngeverordnung!
| Hauptfrucht2007 | Bestandsentwicklung oder Vorfrucht | 1. Gabe Veg.-Beginn | 2. Gabe Schossen | Anmerkung |
| W. Gerste | zweizeilig - kräftig | 40-60 | 60 | niedrig. Werte f. viehhaltende Betriebe |
| mehrzeilig - kräftig | 30-50 | 60 | niedrig. Werte f. viehhaltende Betriebe | |
| W. Weizen | stark, nach Kartoffeln | 30 | 60 | 2a + 2b? |
| stark | 30-40 | 60 | 2a + 2b? | |
| mittel, Spätsaaten | 50-60 (+1b?) | 60 | ||
| Roggen | mittel - stark | 50 | 50-60 | |
| Triticale | mittel - stark | 50 | 60 | niedrigere Stargabe bei lageranf. Sorten |
Der warme Herbst 2006 hat in Deutschland wie auch schon im Vorjahr teilweise sehr üppige Rapsbestände wachsen lassen. Eine möglichen Reduktion der Frühjahrs N-Gabe bei üppigen und sehr üppigen Beständen ist daher nahe liegend.
Das so etwas möglich ist, wird durch Untersuchungen aus Frankreich und neuerdings auch vom Rapool-Ring bestätigt. Dabei wird das Gewicht der Blattmasse vor und nach Winter gemessen und daraus die bereits aufgenommene N-Menge ermittelt. Auf diese Weise haben die Franzosen es geschafft bei vergleichbaren Erträgen (40 ? 45 dt/ha Ertragsniveau) mit im Durchschnitt 40 kg N/ha geringere Düngungsmengen aus zu kommen.
Interessant ist, dass sich unter den häufig in Frankreich auftretenden milden Herbstbedingungen Rapsbestände so üppig entwickeln können, dass 100 bis 150 kg/N pro ha aufgenommen werden. Parallelen zu unseren südhessischen Standorten können und dürfen durchaus gezogen werden! In Frankreich konnte so die mineralische N-Menge auf etwa 120 bis 150 kg N begrenzt und gleichzeitig sehr gute Erträge mit hohen Ölgehalten erwirtschaftet werden. Eine solch reduzierte Düngung von Raps erscheint zwar revolutionär, es sei aber daran erinnert, dass die N-Düngung bei Zuckerrüben in der Vergangenheit noch stärker gesenkt wurde.
Unter normalen Herbstbedingungen in Deutschland werden N-Mengen von 30 bis 50 kg N/ha in der Blattmasse nach Winter erwartet. Die Ergebnisse von Blattmasseuntersuchungen für dieses Frühjahr zeigen hingegen, dass bei dichten, gleichmäßigen Beständen in diesem Jahr N-Aufnahmen von 80 ? 120 kg /ha zu Grund gelegt werden können. Diese bereits aufgenommenen N-Mengen, sind neben dem Nmin-Wert vom Düngungssollwert abzuziehen.
Neben der N-Menge ist die N-Verteilung eine wesentliche Frage, die jedes Frühjahr neu gestellt wird. Dabei ist die Verteilung abhängig vom Zustand der Pflanzen nach Winter sowie vom Sortentyp.
In den üppig entwickelten Beständen haben die Pflanzen häufig bereits ihren Vegetationskegel gestreckt und zum Teil auch schon einen deutlichen Stängel gebildet. Eine gute Frostresistenz konnte sich durch das ständige Wachstum bisher kaum ausbilden. Diese Pflanzen sind daher noch im stärkeren Maße auswinterungsgefährdet, insbesondere nach stärkeren Wechselfrösten.
Eine frühe Andüngung besonders mit Nitrat ? N vermindert die Frostresistenz zusätzlich.
Eine betonte erste Gabe ist nach einem harten Winter für eine schnelle Regeneration von Wurzeln und Blättern immer richtig. Anders nach einem milden Winter wie in diesem Jahr. Ein Bestand der kaum Blattverlust hat, kann im Frühjahr sofort über die im Herbst eingelagerten N-Mengen verfügen. Selbst jetzt, unter Kurztagbedingungen, kann er sofort loswachsen und mit Luxuskonsum beginnen. Solche Bestände bekommen oft Schwierigkeiten mit der Anlage der Korn- und Schotenzahlen. Teilweise werden aufgrund der mächtigen Pflanzenmasse auch die Seitentriebe, die durch Lichtreiz zur Austreibung gelangen sollen, reduziert.
Für die überwiegende Anzahl von Rapsflächen in den oben genannten Wasserschutzgebieten gilt deswegen trotz niedriger Nmin-Mengen im Boden folgende Verteilung der N-Düngung jeweils 50 % auf die Startgabe und 50 % auf die Schossgabe, in vielen Fällen sollte die Aufteilung der N-Düngung zugunsten der späteren Düngungsgabe (40 % zu 60 %) erfolgen.
Gute Erfahrungen wurden auch mit einer Düngung in einer Gabe mit stabilisierten Stickstoffdüngern wie z.B. Rapspower oder Raps AS/Entec gemacht.
Weit entwickelte Bestände sollten daher möglichst erst jetzt ab Anfang März angedüngt werden.
Nur auf Flächen, die langjährig keine organische Düngung erhalten haben und im Herbst nicht mit Mineraldünger angedüngt worden sind, ist die Aufteilung Hälfte des N-Stickstoffs jetzt, die andere Hälfte später angebracht.
Schwach entwickelte und lückige Bestände (z.B. in der Gersprenzaue, Staunässeschäden) können jetzt 2/3 des N-Bedarfs erhalten.
Düngungsempfehlung zu Körnerraps 2007
Diesen Düngungsempfehlungen basieren auf eine Ertragserwartung von 40 ? 45 dt/ha. Bei geringeren Ertragserwartungen sind die Mengen je Ausbringungstermin um 10 kg N/ha zu reduzieren, bei höheren Ertragserwartungen entsprechend anzuheben.
Bitte denken Sie an die Dokumentation gemäß Düngeverordnung!
AGGL (26.02.2007)
| Bestandsentwicklung | Frühjahrs-Nmin | Dg., 1. Gabe (Veg.Beginn) | Dg., 2. Gabe (Streckung) |
|---|---|---|---|
| normaler Bestand (8 ? 10 Blätter im Herbst) | 25 - 30 kg/ha | 80 kg N/ha | 80 kg N/ha |
| kräftiger Bestand (10 ? 12 Blätter im Herbst) | 25 - 30 kg/ha | 60 - 70 kg N/ha | 80 kg N/ha |
| schwächere (6 ? 8 Blätter), lückige Bestände | 25 - 30 kg/ha | 80 - 90 kg N/ha | 70 - 80 kg N/ha |
am Dienstag, den 6. März 2007 in den Gasthof ?Zur Brücke? in Habitzheim um 20.00 Uhr.
Jahresrückblick 2006, Versuchsergebnisse (AGGL), Energiepflanzenanbau im Wasserschutzgebiet ? Überlegungen zur standortgerechten Fruchtfolge und zur Humusbilanzierung (Sven Böse, Saaten-Union), Steigende Preise für Agrarrohstoffe ? Auswirkungen auf die Anbauintensität (Frank Gemmer, RWZ Köln)
Wir möchten an dieser Stelle besonders auf den Vortrag zum Energiepflanzenanbau hinweisen. Derzeit wird die Errichtung mehrerer Biogasanlagen im Kreis diskutiert.
Mit Herrn Böse haben wir einen ausgewiesenen Fachmann für den Anbau von Energiepflanzen gewinnen können, der in einem spannenden Vortrag auf Möglichkeiten aber auch auf Risiken im Energiepflanzenanbau hinweisen wird.
AGGL
Zur Besprechung der Bodenuntersuchungsergebnisse vom Herbst 2006 und zur Koordinierung der Bodenbeprobung zur Düngebedarfsermittlung im kommenden Frühjahr laden wir Sie herzlich zu einer internen Versammlung ein. Außerdem informieren wir über den neuen Nährstoffvergleich nach Düngeverordnung!
Iim WSG Habitzheim
am Dienstag, den 23.01.2007,
um 20.00 Uhr im Gasthaus ?Zur frischen Quelle? (Mickler) in Habitzheim.
In den WSGen Lengfeld, Hering, Groß-Umstadt
am Donnerstag, den 25.01.2007,
um 20.00 Uhr im Neuwiesenhof (Otto Storck) in Lengfeld.
In den WSGen Guttelbruch, Nieder / Ober Klingen
am Dienstag, den 30.01.2007,
um 20.00 Uhr in der Feuerwehrklause in Nieder Klingen.
In den WSGen Klein-Umstadt und Raibach
am Mittwoch, den 31.01.2007,
um 20.00 Uhr im Sturmfels in Klein-Umstadt
(16.01.07)
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Das Protokoll des 2. Arbeitskreises sowie der Entwurf des Kooperationsvertrags sind als Download verfügbar.