In Rapsbeständen treten vor und bei der Ernte Verluste von 200 – 600 kg Rapskörnern pro Hektar auf. Je nach Korngewicht sind dies mindestens 4-5000 Rapskörner pro m², also etwa 100 mal mehr als die Aussaatmenge! Wenn diese Samen im Boden überdauern und teilweise beim nächsten Anbau von Raps als Durchwuchsraps keimen, ergeben sich erhebliche pflanzenbauliche Probleme:
Aufkeimender Durchwuchsraps führt zu überzogenen Bestandesdichten und kann den neuen Bestand dominieren, so dass ein züchterischer Fortschritt überlagert wird.
Da der Durchwuchsraps auch keinen Beizschutz besitzt, steht er Schädlingen als gute Nahrungsquelle zur Verfügung. Weiterhin trägt er zur Ausbreitung von Fruchtfolgekrankheiten bei.
Ziel muss es daher sein, vor der Ernte die Verluste soweit wie möglich zu minimieren (optimale Einstellung des Mähdreschers, optimaler Erntezeitpunkt, standfeste Sorten) und vor der Aussaat der Folgefrucht so viele Rapskörner wie möglich zum Keimen zu bringen.
Wie dies erreicht werden kann, zeigt ein Versuch zur Überdauerung von Rapssamen in Abhängigkeit von der Stoppelbearbeitung:
Bodenbearbeitung nach der Ernte | Anteil überdauerter Raps-samen nach einem Jahr |
Pflug | 22 % |
3-malige Stoppelbearbeitung, Pflug | 13 % |
4 Wochen keine Bearbeitung, dann Pflug | 1 % |
4 Wochen keine Bearbeitung, dann Grubber u. Egge | 1 % |
Keine Bodenbearbeitung | 1 % |
Quelle: Pekrun, 1998, verändert |
|
Werden Rapskörner direkt nach der Ernte im Boden vergraben, verfallen sie in eine Keimruhe und könne erst in den Folgejahren keimen. Wenn der Ausfallraps nicht durch Bodenbearbeitung vergraben wird, keimen fast alle Körner, so dass die Pflanzen dann mit der Aussaat der Folgefrucht eingearbeitet werden können. Auf Kohlhernie-gefährdeten Standorten sollte die Einarbeitung nach 3-4 Wochen erfolgen, um der Kohlhernievermehrung vorzubeugen.
Neben den pflanzenbaulichen Vorteilen hat das Nicht-Bearbeiten der Rapsstoppeln auch einen positiven Effekt auf die Nitratwerte im Boden und somit auf die Grundwasserqualität. Denn eine frühe Bearbeitung der Rapsstoppeln führt zu erhöhter Umsetzungsaktivität und somit zu erhöhten Nitratwerten, während andererseits der aufwachsende Ausfallraps zwischenzeitlich noch Nährstoffüberhänge aufnehmen kann.
__________________________________________________________
Sofern das Stroh nicht abgefahren wird, ist der optimalen Strohverteilung und -einarbeitung besondere Beachtung zu schenken. Nicht verrottete Strohmatten im Boden behindern das Wurzelwachstum der nachfolgenden Kulturen und können Pilzkrankheiten übertragen.
Wenn der Mähdrescher Arbeitsbreiten über 6 m hat, treten häufig Probleme bei der Strohverteilung auf. Während der Ernte kommt es auf eine optimale Strohzerkleinerung (Häcksellängen < 5 cm) und die gleichmäßige Verteilung über die ganze Schnittbreite an. Die Stoppeln sind kurz zu halten (< 10 cm auch bei Lagergetreide
Es ist darauf zu achten, dass scharfe Messer eingebaut sind, die für kurze Häcksellängen sorgen und das Stroh gut aufschlitzen.
Damit Unkrautsamen möglichst schnell und vollständig auflaufen kann und um unproduktive Verdunstung zu verhindern, muss die Stoppelbearbeitung unmittelbar nach der Ernte erfolgen. Weitere Faktoren zur Qualitätssicherung sind u. a.
- Erzielung von Klutengrößen < 5 cm,
- Bearbeitung so flach wie möglich und so tief wie nötig ( 5 bis 8 cm) und
- gleichmäßige Einarbeitung hoher Strohmengen.
Hinsichtlich der Gerätewahl eignen sich Striegel, Flachgrubber, Scheibenegge usw. mit einem Walzengang. Kombinierte Geräte stellen erhöhte Anforderungen an die Zugkraft und eignen sich teilweise nur bedingt für eine flache Bearbeitung. Die hohen Ernteleistungen moderner Mähdrescher fordern eine hohe Schlagkraft bei der Stroheinarbeitung. Hierbei sollte neben der häufig teuren Eigenmechanisierung das Angebot von Maschinenringen, Lohnunternehmern und Bodenverbänden beachtet werden.
Wichtig ist es auf den Bodenzustand zu achten! Keine tiefe Grubberarbeit oder Pflügen bei nassem Boden. Je 10 dt Stroh benötigt man eine Arbeitstiefe von 1,5 cm (bei 70 dt/ha muss 10 cm tief gearbeitet werden). Optimal sind Scheibenegge oder Grubber mit einem Nachbearbeitungsgerät, das die Bodenoberfläche wieder einebnet und unnötigen Wasserverbrauch eindämmt.
(29.06.2010)
_______________________________________________________________
Inforrmationsveranstaltung zur Kooperation Groß-Umstadt, Brunnen 1-5
am Mittwoch, den 16. Juni um 19.00 Uhr
im Neuwiesenhofpavillon (Otto Storck) in Otzberg-Lengfeld
Das erste Nutzungsjahr nach Neufassung des Kooperationsvertrages wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Vor der anstehenden Ernte möchten wir mit Ihnen ein Zwischenfazit ziehen und über die Umsetzung der Kooperation informieren.
Alle Kooperationspartner und interessierte Bürger sind hierzu herzlich eingeladen.
_______
Otzberger Kooperationen - WSGe Habitzheim, Guttelbruch, Nieder/Ober Klingen
Einladung zur internen Versammlung zwecks Koordinierung von Bodenbearbeitungsversuchen
Donnerstag, den 17. Juni von 19.00 – 20.00 Uhr
in den großen Besprechungsraum (DRK-Raum) ins Rathaus
_________________________________________________________________________
Unter den Landnutzungsformen hat das Grünland eine herausragende Bedeutung für Natur- und Umweltschutz. Bei allen ökologischen Belangen darf aber nicht vergessen werden, dass für den Bewirtschafter weniger die ökologischen Funktionen interessieren, sondern vor allem die Bedeutung als Futtergrundlage. Nur wenn Grünlandwirtschaft sich für den Landwirt rechnet, wird er interessiert sein, es weiter zu bewirtschaften und nicht etwa in Ackerland umzuwandeln. Die Wirtschaftlichkeit der Rindviehhaltung wird ganz wesentlich von der Qualität des Grundfutters bestimmt. Mahd zum richtigen Zeitpunkt gewährleistet eine hohe Energiekonzentration im Ausgangsfutter bzw. in der Grassilage und sichert dadurch eine hohe Futteraufnahme. Hohe Futteraufnahme ist die wichtigste Voraussetzung für hohe Milchleistung aus Grünland- oder Feldgrasgrundfutter. Eine Kuh, die 30 l Milch pro Tag liefert kann diese Milch bei schlechter Grassilagenqualität (5,6 MJNEL) aus knappen 9 kg Grundfutter plus 13 kg Kraftfutter oder bei hervorragender Futterqualität (6,4 MJNEL) aus 14 kg Grundfutter plus 7 kg Kraftfutter erzeugen. Nicht nur in Hinblick auf die Futterkosten, sondern auch unter der Vorgabe einen möglichst geschlossenen Nährstoffkreislauf zu erzielen, ist die letztere Variante die beste. Dabei wird hochwertiges Futter keinesfalls nur aus reinen Grasbeständen erzeugt, sondern eine ausgewogene Mischung von Gräsern, Leguminosen und Kräutern erhöht die Schmackhaftigkeit und den Futterwert. Für Pferdehalter ist weniger der Energiegehalt von Bedeutung. Pferde bevorzugen Raufutter mit einem höheren Rohfaseranteil. Heu für Pferde sollte locker gepresst sein, nicht stauben und aromatisch duften. Silagen für Pferde sind leicht feucht und gut in der Fütterung für Pferde, die anfällig für Husten sind. Regionale Hinweise zum Reifeprozess und damit zum optimalen Nutzungstermin können der Homepage des Landbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH-Hessen.de) entnommen werden.
Jetzt ist die Zeit, in der Silo und Heu gemacht wird. Was ist dabei zu beachten?
Gerade in diesem Jahr haben/hatten Wiesen auf trockeneren Standorten zumindest zum 1. Schnitt nicht die Bestandesdichten für gute Erträge wie gewohnt. Das liegt an dem langen Winter, der Trockenheit im April und den relativ niedrigen Temperaturen. Dennoch macht es keinen Sinn die Nutzung zu verzögern. Der Ertragszuwachs ist nach Blühbeginn der Gräser ausgesprochen gering und die Qualität und damit der Futterwert rutscht schnell in den Keller. In diesem Jahr ist es wichtiger denn je, nicht zu tief zu mähen, denn die meisten Gräser regenerieren sich nach dem Schnitt oder der Beweidung nicht aus der Wurzel sondern aus dem untersten Sprossabschnitt. Je höher gemäht wird, desto schneller treiben die Gräser wieder aus. Nach der ersten Nutzung, egal ob beweidet oder gemäht wurde, kann auch eine Übersaat erfolgen, Dabei wird eine geringe Menge (5 kg/ha) Grassamen ausgebracht, durch die Verletzungen in der Grasnarbe oder lückige Bestände behoben werden. Nach dem Weidegang sollten schlecht verbissene großflächige Weidereste gemulcht werden. So werden Brennnesseln, Ampfer oder minderwertige Futtergräser am Aussamen gehindert und gute Bedingungen durch ausreichende Lichtverhältnisse für Neuansaaten geschaffen. Dichte Grasnarben nützen dem Landwirt und schützen mit ihrer guten Durchwurzelung vor Erosion und Nährstoffauswaschungen.
(19.05.2010)
________________________________________________
Ab dem 1. Juli 2010 ist der Erosionsschutz als Bestandteil der ordnungsgemäßen Landwirtschaft ein wesentliches Kriterium für die Landwirte, um die EU-weiten Flächenbeihilfen in Anspruch nehmen zu können. In Abhängigkeit von der Hangneigung ist in Zukunft mit Einschränkungen in der Bodenbearbeitung zu rechnen.
Das hessische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, der Landesbetrieb Landwirtschaft in Hessen und das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie führen deshalb einen Aktionstag zum Erosionsschutz durch. Sie informieren über rechtliche Rahmenbedingungen und Erosionsgefährdung verschiedener Standorte. Auch Ministerin Lautenschläger wird als Schirmherrin daran teilnehmen.
Donnerstag, den 22.04.2010,
von 9.30 – 12.00 Uhr in der Stadthalle Groß-Umstadt,
ab 13.30 Uhr Maschinenvorführung hinter der RWZ Lengfeld
___________________________________________________________________
Sobald die Temperaturen wieder ansteigen, steht die Maisaussaat an. Aufgrund seiner im Jahresverlauf betrachtet späten Abreife kann Mais wie die meisten anderen Hackfrüchte hervorragend Wirtschaftsdünger verwerten. Um eine optimale Verfügbarkeit der Nährstoffe aus Wirtschaftsdüngern zu erzielen und um gasförmige Verluste zu vermeiden ist eine schnelle Einarbeitung nach der Ausbringung wichtig.
In Zeiten teurer Arbeitserledigungskosten und knapper Zeit bietet sich der überbetriebliche Einsatz bei der Gülleausbringung an. Georg und Andreas Michel nutzen diese Möglichkeit über den MBLV-Südhessen. Zwei Zubringerfässer fahren die Gülle vom Hof zum Feldrand, wo sie durch einen Holmer-Terravariant in einem Arbeitsgang bodenschonend ausgebracht und mittels Kurzscheibenegge eingearbeitet wird. Nach Auskunft vom MBLV ist für diese Komplettlösung mit Kosten ab 4,50 € je cbm plus Diesel plus Steuer zu rechnen. In Wasserschutzgebieten kann nach Rücksprache mit der AGGL auch ein Zuschuss erfolgen. Besonders, wenn Gülle von Betrieben mit hohem Wirtschaftsdüngeranfall an viehlos wirtschaftende Betriebe abgegeben wird.
![]() |
Übernahme von Gülle aus dem Zubringer durch Holmer-Terravariant |
(13.04.2010)
__________________________________________________________
Langer regen- und schneereicher Winter führt zu einheitlichen Nmin-Werten
Anders als im vergangenen Jahr hatten wir in diesem Winter ausreichende Niederschläge. Aufgrund guter Aussaatbedingungen präsentieren sich die meisten Wintergetreidebestände, die bis in die zweite Oktoberdekade bestellt worden sind, in der Regel in einem guten Zustand. Im November führten ergiebige Niederschläge erstmals zum Auffüllen der Bodenvorräte mit Wasser. Späte Weizenaussaaten liegen dementsprechend hinter den früheren Saaten zurück, weisen aber keine Nässeschäden auf. Während der Frostperiode lag in der Regel eine ausreichende Schneedecke schützend über den Pflanzen. Da der Boden anders als im Vorjahr nicht gefroren war, konnte das Schmelzwasser vergleichsweise gut einsickern.
Diesem wasserreichen Winter werden auch die Nmin-Wert des jetzt durchgeführten Bodenuntersuchungen gerecht. Ausgenommen der Vorfrucht Kartoffel sind unter dem Wintergetreide und den zur Saat anstehenden Rübenflächen unabhängig von Vorfrucht oder organischer Düngung relativ einheitlich Werte um die 40 kg Nmin in 0 – 90 cm zu finden. Damit sind die Werte beim Wintergetreide um 30 kg Nmin geringer als im Vorjahr. Allerdings ist jetzt mit einer zügigen Erwärmung der Böden zu rechnen, denn wir hatten fast keinen Frost im Boden. Die Wasserversorgung sollte bis in den April hinein kein Problem darstellen, also sind die Vorraussetzungen für eine optimale Bestandesführung gegeben.
Die Bestände sind derzeit nicht zu dicht. Dem spät gesäten Weizen verbleibt allerdings nur eine relativ geringe Zeit zur Bestockung. Dem sollte durch einen zeitigen CCC-Einsatz sowie einem Zuschlag in der Start-N-Gabe Rechnung getragen werden.
In allen übrigen Wintergetreidebestände kann man in Anbetracht der günstigen Wasserversorgung auf eine schossbetonte Düngungsstrategie setzen, sofern die Startgabe bei entsprechender Befahrbarkeit um den 10. März erfolgt. Eine große Ährenanlage mit hervorragende Bekörnung ist bei angepassten Beständen das Ziel.
Nennenswerte N-Nachlieferungen aus der organischen Düngung des Vorjahres bzw. aus der organischen Substanz von Vor- oder Zwischenfrüchten finden erst bei höheren Bodentemperaturen statt und müssen somit bei der zweiten Gabe berücksichtig werden. In den günstigen Lagen des vorderen Odenwaldes findet dies meist ab der 3. Aprildekade statt und ist bei den Düngegaben zu berücksichtigen. Mittels Nitratcheck (den wir erstmals in diesem Jahr einsetzen) und Chlorophyllmessgerät oder durch Düngefenster kann diese Mineralisierung erfasst werden.
Unter den Wintergetreideflächen liegt das Nitrat relativ gleichmäßig verteilt in den einzelnen Bodenschichten vor. Sofern von Ihren Flächen keine Bodenproben entnommen wurden, orientieren Sie sich bitte anhand der folgenden Tabelle.
Ergebnisse der Frühjahrs-Nmin-Beprobung in den Wasserschutzgebieten Groß-Umstadt, Otzberg und Mischbornquelle:
Hauptfr.
2010
| Vorfrucht
2009
| Nmin (kg NO3-N/ha)
| Düngeempfehlung (kg N/ha)
| |||||
0-30 cm
| 30-60 cm
| 60-90 cm
| 0-90 cm
| Gabe 1a
Veg.Beg.
| Gabe 1b
| Schossen
| ||
Alle Wintergetreideflächen
| 17
| 13
| 13
| 42
|
|
|
| |
Roggen ( > 85 dt/ha)
| 60
|
| 50
| |||||
W.Gerste (75-80 dt/ha)
| 60
|
| 40
| |||||
W.Weizen (80 – 85 dt/ha)
| 60
|
| 60
| |||||
WW (früh gesät) mit org. Dg
| Getreide, Mais
| 60
|
| 40-50
| ||||
WW (früh gesät) ohne org. Dg.
| Getreide, Mais
| 60
|
| 60
| ||||
WW
| Raps
| 17
| 17
| 18
| 52
| 60
|
| 50
|
WW (spät gesät)
| Z.Rüben
| 18
| 11
| 9
| 38
| 60
| 20
| 60
|
WW
| Kartoffeln
| 30
| 30
| 40
| 100
| 40 (-50)
|
| 40
|
| ||||||||
Z.Rüben
|
| 20
| 15
| 12
| 46
| 80 mit langj. org. Düngung
110 ohne org. Düngung
| ||
Entnahme der Bodenproben: Mitte –Ende Februar
Ergebnisse der Frühjahrs-Nmin-Beprobung und Düngeempfehlungen für Brensbach, Modautal, Mühltal
Hauptfrucht 2010 | Vorfrucht 2009 | Nmin (kg NO3-N/ha) | Düngeempfehlung (kg N/ha) | ||||||
0-30 cm | 30-60 cm | 60-90 cm | 0-90 cm | Gabe 1a Veg.Beg. | Gabe 1b | Schossen | |||
Alle Wintergetreideflächen | 16 | 11 | 12 | 40 |
|
|
| ||
W.Gerste (60-70 dt/ha) | 40-50 |
| 40-50 | ||||||
W.Weizen (60-75 dt/ha) | 50-60 |
| 40-50 | ||||||
WW (früh gesät) mit org. Dg | 40-50 |
| 40-50 | ||||||
WW (früh gesät) ohne org. Dg. | Getreide, Mais, Raps | 50-60 |
| 50 | |||||
Hafer (45-55 dt/ha) | Getreide | 15 | 10 | ( 9 ) | 25 | 60-70 |
|
| |
Z.Rüben | Getreide, Zwischenfr. | 20 | 15 | 12 | 46 | 80 m. langj. org. Düngung 110 ohne org. Düngung | |||
Entnahme Anfang März 2010
Bei langjährige Wirtschaftsdüngergaben sind 10 kg N/ha bei der Schossgabe abzuziehen
Eine Qualitätsgabe sollte sich nach Ertragserwartung und realistischer Bestandesbeurteilung ausrichten. In Gebieten mit regelmäßiger Vorsommertrockenheit sollte sie als vorgezogene Spätdüngung zum Stadium 41 erfolgen.
Bitte beachten Sie die Wirksamkeit des N aus Wirtschaftsdüngergaben. Für Getreide ist der Ammoniumgehalt der Frühjahrsgülle voll anzurechnen, die Zuckerrüben profitieren darüber hinaus auch noch aus der Nachlieferung der schwer löslicheren N-Fraktionen.
(AGGL - 15.03.2010)
____________________________________________________________
Auf fast allen Standorten erfolgte im vergangenen Jahr eine zeitlich optimale Aussaat des Rapses bei guten Bodenbedingungen. Der Raps hatte sich im Herbst gut entwickeln und damit vor dem Winter vergleichsweise viel Stickstoff aufgenommen.
Wir haben im vergangenen Herbst etliche Rapsbestände in den WSGen Bensbach, Groß-Umstadt, Otzberg und Mischbornquelle ausgezählt, dabei ergab sich das folgende Bild:
Liniensorten: durchschn. 42 Pfl. /qm (25 – 56 Pfl./qm, die Minimal- und Maximal-Werte sind tatsächliche Ausreißer, 80 % der Bestände lagen in dem Bereich zwischen 40 –45 Pfl./qm)
Hybridsorten: durchschn. 30 Pfl. /qm (28 – 35 Pfl./qm)
Alle Bestände waren sehr homogen und alle Bestände hatten mindestens 8 volle entwickelte Blätter/Pflanze im Herbst (Anfang Oktober). Das entspricht einer N-Aufnahme vor Herbst > 60 kg N/ha). Rapsbestände von Betrieben mit regelmäßiger Gülleausbringung und entsprechender Andüngung im Herbst hatten 10-12 Blätter/Pfl. (> 100 kg N/ha).
Selbst jetzt (Mitte Februar) hatten bei einer stichprobenartigen Kontrolle in Otzberg und Groß-Umstadt die Pflanzen noch 6 intakte voll entwickelte Blätter.
Die mittleren Nmin-Werte unter Raps im Herbst lagen bei Æ 58 kg NO3-N/ha. Jetzt liegen sie bei durchschn. 26 kg NO3-N/ha in einem Bereich zwischen 16 – 46 kg NO3-N/ha. Nur auf einer Fläche, auf der im Herbst Hühnertrockenkot ausgebracht worden ist, liegen die Werte deutlich darüber!
Aufgrund der kräftigen und homogenen Bestände besteht daher gerade bei der Startgabe die Möglichkeit, Stickstoff einzusparen. Eine zu hoch bemessene Startgabe mindert die Frostresistenz erheblich, aufgerissene Stängel führen zu erheblichen Krankheitsdruck. Außerdem sinkt der Ölgehalt mit zunehmender N-Düngung.
Bis zur Streckung braucht der Raps zur Regeneration von Blättern und Wurzeln etwa 1 kg N/ha und Tag. Deshalb reicht eine Startdüngung von 40 % der Gesamt-N-Menge aus. Mit der N-Düngung sollten auch 40 kg Schwefel/ha (ASS bzw. SSA) gedüngt werden. Wichtig ist außerdem die Bordüngung (300 g/ha). Die 2. Gabe (60%) folgt zum Schossen des Rapses also Ende März/Anfang April. Insgesamt ist die Frühjahrsdüngung mit etwa 3,7 kg N/dt Ertragserwartung zu kalkulieren.
Gute Erfahrungen wurden in den letzten Jahren auch mit stabilisierten N-Düngern (Alzon, Entec) gemacht, sofern diese mit Schwefel angereichert waren. Diese Dünger können in einer Gabe bei entsprechenden Witterungsverhältnissen ab jetzt ausgebracht werden.
Düngungsempfehlung zu Körnerraps 2010
K.- Raps, 2010
| Ertragserwartung dt/ha
| Frühjahrs-Nmin 2010 (kg NO3-N, 0 – 90 cm)
| Düngungsempfehlung (kg N/ha) 1. Gabe 2. Gabe Veg.beg. Schossen, Streckung
|
schwacher Bestand (ohne Herbst-N, viehloser Betrieb)
| 40
| 27
| 70-80 70-80
|
mittlerer Bestand (Herbstdüngung, oder regelm. Wdg.N)
| 45-50
| 60 90
| |
kräftiger Bestand (> 10 Blätter/Pfl. im Herbst)
| 50
| (40-) 50 90
|
Wenn Sie sich nicht sicher sind in Hinblick auf die Bemessung der Startgabe, dann können Sie auch jetzt noch die Wurzelhalsdicken kontrollieren. Sie sollten größer als 10 mm sein, um von einer N-Aufnahme > 80 kg N/ha im Herbst ausgehen zu können. Die Anschlussgabe sollte Ende März erfolgen!
Beachten Sie bitte die Vorgaben der Düngeverordnung. Ab einer Schneebedeckung von 5 cm darf kein N-Dünger ausgebracht werden. Ebenso darf der Boden nicht den ganzen Tag über gefroren sein.
AGGL - 11.02.2010
________________________________________________________
WSGe Lengfeld, Groß-Umstadt, Hering
am Montag, den 08.02.2010 um 20.00 Uhr im „Neuwiesenhof“ (Otto Storck) in Lengfeld
WSGe Nieder/Ober Klingen, Guttelbruch und Habitzheim
am Dienstag den 09.02.2010 um 20.00 Uhr in der Feuerwehrklause in Nieder-Klingen
- Besprechung von Bodenuntersuchungsergebnissen und Versuchen des letzten Jahres
- Koordinierung der anstehenden Bodenprobenentnahmen für Düngeempfehlungen
- Nötige / mögliche Änderungen in den Kooperationen
- Umsetzung der Wasserrahmenrichtline insbesondere Maßnahmen zum Erosionsschutz
(AGGL – 01.02.2010)
_________________________________________